Wirres Geplauder (Pecha Kucha) beim #PMCampDOR

In diesem Jahr gibt’s eine kleine Innovation beim PM Camp Dornbirn. Am Samstag werden anstatt des zweiten Impulsvortrages vier Pecha Kucha Talks stattfinden. “Häää…?”, werden Sie sich vielleicht jetzt denken.

Das PechaKucha-Format (= wirres Geplauder) bietet die Möglichkeit, Themen, Gedanken oder Geschichten auf einfache und inspirierende Weise zu präsentieren. 20 Folien x 20 Sekunden je Folie. Möglichst wenig / kein Text – nur Bilder und eine starke Geschichte.

PechaKucha wurde im Jahr 2003 in Tokio/Japan von Klein-Dytham Architects initiiert, ist eine Non-Profit Organisation und läuft in bereits 900 Städten weltweit.

 

 

Wir haben vier spannende Querdenker eingeladen. Ihr dürft gespannt sein!

Impulsvortrag: Melanie Kaiser spricht über Entscheidungen

Ein wesentlicher Aspekt von Projektarbeit (weit über das Management hinaus) sind Entscheidungen. Damit sind nicht nur die fachlichen Entscheidungen gemeint, sondern auch jene, die unser seelisches Wohlbefinden tangieren.  Dr. Melanie Kaiser ist Psychologin und hat sich mit den Prozessen hinter den Entscheidungen befasst  aber lassen wir sie selbst zu Wort kommen.

dr_kupsch600Heutzutage sind die meisten von uns in der glücklichen Lage, viele lebenswichtigen Entscheidungen frei treffen zu können. Noch nie konnten wir so viel entscheiden wie heute. Doch die vielen Möglichkeiten machen uns das Leben manchmal auch schwer.  Das Thema betrifft auch alle Arten von Projekten, denn hier sind sowohl im Vorfeld wie auch währenddessen etliche Entscheidungen zu treffen, die weitreichende Konsequenzen haben. Ich möchte darauf eingehen, wie wir Entscheidungen klüger treffen können. Das bedeutet für mich in erster Linie, sich dahinter liegenden Prozessen bewusster zu werden und zu verstehen, wie Entscheidungen aus psychologischer Sicht zu Stande kommen. Denn wenn wir verstehen, was uns zu welchen Schritten bewegt, können wir das Steuer über unsere Entscheidungen immer öfters übernehmen, anstatt uns von unbewussten Anteilen überrumpeln zu lassen. Für unser seelisches Wohlbefinden ist es wichtig, dass alle inneren Anteilen hinter unseren Entscheidungen und den daraus folgenden Handlungen “stehen”. Nur dann wird man am Ende nicht von Schuld- oder Schamgefühlen oder dem Gefühl gequält, sich letztendlich doch falsch entschieden zu haben.

Ich bin 1977 geboren, Rheinländerin und habe in Trier Psychologie studiert. Anschließend promovierte ich an der LMU München innerhalb eines EU-Projektes zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dieses Projekt untersuchte in 7 europäischen Ländern berufstätige Paare mit kleinen Kindern bezüglich ihrer Lebenszufriedenheit, Gesundheit, beruflichen Rahmenbedingungen, Beziehungszufriedenheit, etc. In zahlreichen Präsentationen auf verschiedenen Kongressen in Europa trugen wir unsere Ergebnisse vor. Nach dem Projektende arbeitete ich noch ein Jahr am Lehrstuhl für Persönlichkeits- und Familienpsychologie der LMU als Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Aus dem Wunsch heraus, mehr therapeutisch arbeiten zu wollen, verließ ich den Pfad der Unikarriere und absolvierte die langjährige Zusatzausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin. Innerhalb derer lernte ich Patienten aus der Psychiatrie und der Psychosomatik kennen. Im Klinikalltag lagen meine Schwerpunkte u.a. in der Behandlung von Patienten mit Burnout, Angstsymptomen, Traumatisierungen und chronischen Schmerzen. Nach der Geburt meines ersten Sohnes machte ich mich 2013 in eigener Praxis selbstständig. Auch in diesem Patientenklientel kann ich beobachten, dass Burnout immer wieder der Auslöser langwieriger psychischer wie körperlicher Erkrankungen ist. Nebenbei arbeite ich nach wie vor als Dozentin für verschiedenste psychologische Themen und biete Führungstrainings bzw. Supervision mit Pferden an.

Das alles macht mich jetzt nicht zur Expertin für Projektmanagement, jedoch habe ich von vielen fachlich hoch qualifizierten und sicher auch kompetenten Menschen erfahren, unter welchen Arbeitsbedingungen und Lebenskonstellationen ein Mensch nicht mehr “funktioniert” und die Psyche einen Kurzschluss verursacht. Dieser legt das ganze System Mensch zunächst schleichend, dann aber sehr effektiv lahm. Und ist dies erst einmal passiert, kommt es zu langen Fehlzeiten durch Krankheit. Ich zäume sozusagen das Pferd von hinten auf: aufgrund des Wissens, was begabte Menschen im System scheitern lässt versuche ich einzuschätzen, welche Bedingungen wohl Menschen in allen Arten von Projekten gesund, zufrieden und damit mit hoher Wahrscheinlichkeit auch motiviert und erfolgreich sein lassen

 

Impulsvortrag: Projektmanagement und darüber hinaus

Für das PM Camp in Dornbirn beschäftigt sich Gebhard Borck mit unserem diesjährigen Motto: Beyond Project Management.  Mit Beyond kennt er sich als Experte für das Thema Beyond Budgeting aus. Projekte für eine neue Arbeitswelt im Rahmen sinnvollen Wirtschaftens sind sein täglich Brot. In seinem Beitrag zur PM-Camp-Blogparade deutet er an, worum es in seinem Vortrag gehen wird:

Anstatt blind Methoden zu unterscheiden, gilt es Situationen zu unterscheiden.
Anstatt blind Werkzeuge anzuwenden, gilt es den Arbeitskontext zu verstehen, in dem zu handeln ist.
Anstatt blind über Führung zu diskutieren, gilt es Führung geschehen zu lassen – sozial, nicht formell.

Vom Organisationsteam hat er außer dem Motto keinerlei Vorgaben bekommen. So kann es auch sein, dass er sich einem ganz anderen Aspekt zuwendet. Wir freuen uns, dass Gebhard dieses Jahr nach Dornbirn kommt – davon abgesehen darf er uns gerne überraschen!

Zur Person

Autor_gebhardborck_PortraitGebhard Borck, Jahrgang 1971, ist seit knapp eineinhalb Jahrzehnten Unternehmer. Er begleitet seither Entwicklungs-, Change- und OE-Projekte koordinierend, leitend sowie beratend. Seine Aufträge führ(t)en ihn nach England, Spanien, Italien, den USA, die Schweiz, Österreich und Deutschland. Seine Kunden buchen Borck als Wissensarbeiter mit dem Titel Berater, Coach, Facilitator, Mentor, Moderator, Organisationsentwickler, Projektmanager, Speaker, Sparringspartner oder Trainer. Im Jahr 2011 veröffentlicht er sein Sachbuch „Affenmärchen – Arbeit frei von Lack & Leder“, in dem er die verbreitete Betriebswirtschaft kritisch hinterfragt und eine neue entwirft, die sich über die sinnhafte Ankopplung der Menschen an ihre Arbeit definiert. Bereits 2004 prägt er dafür den Begriff „Sinnkopplung“. Seine provokant unterhaltenden Vorträge kennzeichnet Borcks praktische Erfahrung. Die Zuhörer erkennen: Hier teilt jemand Gelebtes mit.

Ruf nach Beiträgen

Da überlegt man ein neues Veranstaltungsformat und tappt dann doch in eine alte Begrifflichkeitsfalle. Wir hatten einen “Call for Papers” veröffentlicht und hatten unkritisch den normalen Begriff einer Konferenz übernommen. Es geht uns aber nicht um “Papers”, es geht um Beiträge. Wir wünschen uns, dass die Teilnehmer Beiträge mitbringen. Grundsätzlich wird es zwei Formen der Beiträge geben:

Zum Einen werden wir Zeit für Vorträge einräumen. Hierzu muss nicht viel gesagt werden. Einer spricht, die anderen hören und schauen überwiegend zu. Eine Folienvorlage oder ähnliches wird es nicht geben, jede(r) soll den Vortrag in der Form mitbringen und halten wie es für ihn oder sie am besten passt. Für die Vorträge benötigen wir allerdings eine Voranmeldung im Conf Tool bis zum 21.10. Falls sehr viele Vorschläge eingehen werden wir die angemeldeten TeilnehmerInnen bitten auszuwählen welche Vorträge letztendlich zu Gehör kommen.

Zum anderen wird Open Space eine wichtige Rolle spielen. Hierfür ist keine Voranmeldung erforderlich. Was im Open Space passiert wird erst gemeinsam vor Ort entschieden. Bringt die Gedanken rund um die Projektarbeit mit, formuliert sie vor Ort. Jede gute Frage über die sich diskutieren lässt ist ein Beitrag!

Call for Papers

Ein wichtiger Gedanke eines “Camps” ist, dass jede(r) etwas mitbringen kann: Nicht nur offene Ohren sondern auch Gedanken, Ideen, Erfahrungen, Berichte. Diese können in die offenen Teile der Veranstaltung oder als Vortrag eingebracht werden.

Wir erwarten keine ausformulierten Veröffentlichungen. Daher gibt es keine Mindestanforderungen an Seitenzahlen, äußere Form oder Formate.

Vorab wird lediglich eine kurze Zusammenfassung des Inhaltes (Abstract) benötigt. Auf Basis dieses Abstracts erfolgt dann auch die offene Abstimmung welcher Vortrag seinen Platz im Vortragsteil der Veranstaltung finden wird.

Wer einen Vortrag halten möchte sollte diesen Vorschlag bis zum 21.10. einreichen.